Linus van Pelt aus der Comicwelt der Peanuts wartet alljährlich auf die Ankunft des «Grossen Kürbis». Dabei handelt es sich um eine mythische Gestalt, welche – ähnlich dem Weihnachtsmann…
Linus van Pelt aus der Comicwelt der Peanuts wartet alljährlich auf die Ankunft des «Grossen Kürbis». Dabei handelt es sich um eine mythische Gestalt, welche – ähnlich dem Weihnachtsmann – Geschenke verteilen soll. So wie er freuen sich auch viele von uns auf die herbstliche Jahreszeit und das klassische Gemüse der Saison – wenn auch vielleicht aus etwas profaneren Beweggründen: Kürbisse sind einfach köstlich! Auch in der Schweiz wird dieser amerikanische Klassiker überhaupt immer populärer: der legendäre Pumpkin Pie. Die cremige Gewürzfüllung im knusprigen Mantel begeistert etliche.
Eine kleine Geschichte der Kürbispastete
Der Pumpkin Pie ist ein echtes Kind der neuzeitlichen Globalisierung: Damals stammt das Beerengemüse selbst aus Nordamerika, das Mehl von europäischem Getreide, der braune Zucker von den Kanarischen Inseln. Bereits im 17. Jahrhundert beschreibt die Britin Hannah Woolley in ihrem Kochbuch eine solche Pastete mit Butter und Zucker auf einem knusprigen Teigboden. Die Pilgerväter und -mütter brachten schliesslich den Pumpkin Pie nach Nordamerika zurück. Dort ist er allerdings erst seit dem frühen 19. Jahrhundert als Traditionsgebäck zu den Feierlichkeiten von «Thanksgiving» etabliert worden. Aber auch im frühen Winter – und an Weihnachten selbst – bereiten ihn Menschen in den USA und Kanada für ihre Feierlichkeiten zu.
Himmlisches Herbstaroma: Pumpkin Spice
Ganz ähnlich wie man in Europa die Weihnachtszeit mit wärmenden Gewürzen des Orients assoziiert, so besteht in Nordamerika diese Verbindung zwischen dem Herbst und der Gewürzmischung Pumpkin Spice. Dieses setzt sich in der Regel aus Zimt, Muskat, Nelke, Ingwer und bisweilen auch Piment zusammen. In den USA gibt es den fertigen Mix so gut wie an jeder Ecke zu kaufen. In der Schweiz ist es ebenso immer häufiger erhältlich. Natürlich kannst du das aromatische Potpourri auch recht einfach selbst herstellen. Man verwendet es gleichfalls für den beliebten «Pumpkin Spice Latte», ein Café-Getränk mit der wärmenden Würze.
Variationen
Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte haben Menschen die Traditionspastete immer wieder abgewandelt und neu erfunden. Es gibt unter anderem folgende Varianten:
– Schokolade: Schoki geht ja eigentlich immer – aber mit Kürbis? Jawohl, diese unerwartete Kombination mit geschmolzenen Schokochips geht voll auf.
– Pekan-Streusel Die gehackten Nüsse ergeben mit braunem Zucker, Zimt und etwas Fett ein knuspriges Topping.
– Salted Caramel: Die Salzkaramellsauce in der Füllung gibt dem Kuchen den besonderen Kick!
– Crème brûlée: Du magst den Dessertklassiker der französischen Küche? Dann wirst du diese Variation lieben! Einfach auf den fertig gebackenen Pie zwei bis drei Esslöffel Kristallzucker verteilen und dann mit einem Küchenbrenner vorsichtig karamellisieren.
– Peanut Butter: Erdnusskonfekt gehört in den Staaten zu den beliebtesten Snacks in den Halloween-Tüten der Kinder. Und so ist die Zugabe von Erdnussbutter zum Kürbispüree ebenso folgerichtig wie lecker!
– Apfel: Hierfür schneidest du drei säuerliche Äpfel (z.B. Granny Smith) in Scheiben, brätst sie mit Zucker und Zitronensaft in der Pfanne an und dekorierst den abgekühlten Kuchen entlang des Randes mit ihnen.
Hokkaido-Kürbis, Muscade de Provence oder auch ein Butternut eignen sich aufgrund ihres eher trockenen Fruchtfleisches besonders gut für die Zubereitung eines Pumpkin Pie – zu wässrige Sorten erschweren die Herstellung einer cremigen Füllung. Auch lässt sich die Pastete bestens mit veganen Zutaten zubereiten, indem du für die Teigkruste pflanzliches Fett wie Kokosöl und für die Füllung eine Crème aus Cashew oder Soja verwendest. Bei der Deko des Pumpkin Pie sind der Fantasie ohnehin keine Grenzen gesetzt: Herbstblätter aus Mürbeteig, Cranberrys oder auch geröstete Kürbiskerne («Pepitas») verleihen der Pastete das gewisse Etwas.
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