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Natürliche Desinfektion in der Wildnis

Wer länger campen gehen möchte, mit dem Van in ferne Länder reisen oder auswandern möchte, benötigt sauberes Wasser. Weder Bakterien oder Viren sollten beim Kochen oder bei Schürfwunden…

Wer länger campen gehen möchte, mit dem Van in ferne Länder reisen oder auswandern möchte, benötigt sauberes Wasser. Weder Bakterien oder Viren sollten beim Kochen oder bei Schürfwunden die Freude am Reisen beeinträchtigen. Welche Methoden gibt es, auf einfachste Weise beim Bergsteigen, auf Weltreisen oder in Kriegsgebieten Trinkwasser und Wunden zu reinigen?

Ist Sonne das beste natürliche Mittel zur Desinfektion?

Das wichtigste natürliche Desinfektionsmittel ist das Sonnenlicht. Wo kostenlose Sonnenstrahlen auftreffen, verringern ihre UV-Strahlen die Keime in einer halben Stunde bis einer Stunde um die Hälfte. So tötet das intensive ultraviolette C-Licht mehr Sporen durch Genmutation und Zelltod ab als Chlor. Auch hemmen Sonnenstrahlen zum Beispiel bei Bakterien und Hefen die Zellteilung und damit ihre Vermehrung. Deshalb scheuen Milben, Schimmelpilze und Wanzen UV-Strahlung. Gute Dienste leisten daher UV-Lampen, die Luft, Oberflächen und Wasser reinigen sowie Coronaviren schwächen. Auch mit Solarenergie angetriebene Wasserfilter sorgen für keimfreies Wasser.

Während Coli-Bakterien oder Legionellen also leicht beizukommen sind, sterben UV-resistente Mikroorganismen, wie parasitäre Giardien oder Eier der Helminthen-Würmer, nicht durch UV-Strahlung ab. Dank ihrer massiven Schutzhülle ist das erst bei Hitze über 25 Grad oder Kälte unter vier Grad der Fall.

Auch Speichel und Urin stehen zur effektiven Desinfektion gratis bereit, wo immer Menschen und Tiere sich aufhalten. Hierbei bewirken Aussaugen, Betupfen oder Bespucken von Kratzern, dass Wunden besser heilen.

Heisses Wasser und Feuer zur Sterilisation

Übergiessen mit siedend heissem Wasser ist eine äusserst wirksame Methode gegen Bakterien, Viren und Parasiten. Koche dazu Wasser eine Minute lang auf und desinfiziere damit Besteck, Schneidebrett, Bandagen und medizinisches Werkzeug.

Auch Feuer und Brandrückstände können Gegenstände sterilisieren. So verbrannten Kosaken Baumwollstoff, gaben die Asche auf Stichwunden und banden alles fest mit einem Wickelverband zu. So verhinderten Sie die Bildung von Eiter. Ausserdem ist diese Methode nicht so schmerzhaft wie Kauterisierung mit einem Glüheisen, das im Feuer erhitzt wurde, um grossen Blutverlust einer Ader zu stoppen.

Welche Pflanzen sind antiseptisch, also reduzieren Keime?

Seit Jahrtausenden gesunden Tieren und Menschen, indem sie Heilpflanzen essen. So entfalten Pflanzen in Getränken und Speisen antibakterielle Kraft, wie Ingwer, Pfefferminze, Knoblauch und Kurkuma. Zum Beispiel sterilisiert Senföl 20 Stunden lang! Andere Pflanzenstoffe lindern in Salben gut Schmerzen, tragen zur Abschwellung bei und fördern den Wundverschluss, wie Beinwell und Pappel. Dagegen verzögert Rauchen von Tabak die Heilung von Wunden, da Nikotin die Bildung der dazu notwendigen Zellen bremst. Als natürliche Antibiotika gelten ausser Penicillin auch die Baumflechte Usnea, Kamille und Thymian.

Kann man mit Salz, Zucker und Essig Wunden auswaschen?

Viele wissen, dass Essig, Salz und Zucker desinfizierend wirken. Hingegen ist die antibakterielle Wirkung von echtem Imkerhonig und Olivenöl oft weniger bekannt, die Ausschläge und Entzündungen lindern. Wie lassen sich nur mit Wasser und Salz Entzündungen verhindern? Lasse die Wunde zur Reinigung kurz ausbluten, dies schwemmt viele Keime weg. Wenn die Wunde nicht mehr blutet, spüle sie mehrmals täglich gründlich mit lauwarmem Salzwasser aus. Lasse sie etwas lüften, bevor du sie mit Baumwollstreifen verbindest, die du in heissem Wasser gekocht hast. 

Statt Urin eignet sich weiter etwas Apfelessig zum Desinfizieren von Mückenstichen und anderen kleineren Hautverletzungen. Weil der pH-Wert von Essig dem unserer Haut ähnlich ist, bekommt er uns besser als Alkohol, der manchmal das Wundgewebe schädigt. Auch Zucker ist antibakteriell. Er hilft bei Brandwunden und Hautproblemen, indem er dem Gewebe Wasser entzieht, seinen Geruch und pH-Wert optimiert. Danach wachsen die Zellen der Hautoberfläche besser. 

Sind biologische oder chemische Desinfektionsmittel besser?

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, weiss eine alte Volksweisheit. Also entnehmen wir heilende Stoffe direkt aus den Pflanzen oder kaufen sie, mit Beistoffen komprimiert, in der Apotheke. Generell gilt, es ist besser, sein Immunsystem zu trainieren, als immer gleich zur chemischen Keule zu greifen. So bedarf nicht jeder Insektenstich einer Behandlung, auch wenn das Auftupfen von Zahnpasta den Juckreiz rasch vergessen lässt. Oder wie wäre es mit entzündungshemmender Salbe aus Baumharz gegen Hautreizungen? Das Harz von Bäumen, Gold des Waldes genannt, regt ausserdem die Neubildung von Zellen an. 

Wir Frauen haben oft eine Tendenz zur Hobby-Krankenschwester. Nicht nur fordern wir unsere Familie dazu auf, ihre Hände mit Seife zu waschen, wenn sie von draussen hereinkommen. Auch beglücken wir unsere Lieben gerne auf Reisen mit Kohletabletten gegen Durchfall. Für Wunden holen wir Jod und Pflaster, wegen Schmutz Chlorbleiche oder Natron.

Und was tun, wenn weder Wasser noch Seife oder Läden vorhanden sind? Dann verwende antibakterielle Holzasche oder saubere, trockene Erde zur Reinigung von Händen und fettigem Geschirr. Reibe damit Töpfe, Haut oder das Fell von Tieren ein, was Mikroorganismen, Zecken und dergleichen stört. Klopfe sie anschliessend ab. Holzasche fördert dazu Blutgerinnung und Wundheilung. Das ist verträglicher als Bleichmittel und Natron. Beide zerstören zwar den Schutzmantel von Bakterien, aber reizen auch unsere Haut.

Fazit

Sonnenschein desinfiziert auf natürliche Weise und stellt auf Oberflächen eine wirksame Alternative zu Chlor und Essigessenz dar. Schliesslich setzt es Bakterien in zehn Sekunden, Viren in 25 Sekunden und Schimmelpilze in ein bis drei Stunden ausser Gefecht. Auch Feuer, Salz und Heilkräuter unterstützen unsere Gesundheit in der Wildnis hervorragend.

Bildquelle: Jacek Smoter / unsplash.com