Veröffentlicht in

Gesundes Wohnen

Gesundes wohnen 290

Im privaten Wohn- und Lebensraum gibt es im Gegensatz zum Arbeitsplatz keine Schadstoffgrenzen und Richtlinien für eingesetzte Materialien. Preis und Ästhetik sind oftmals das ausschlaggebende …

Gesundes wohnen

Im privaten Wohn- und Lebensraum gibt es im Gegensatz zum Arbeitsplatz keine Schadstoffgrenzen und Richtlinien für eingesetzte Materialien. Preis und Ästhetik sind oftmals das ausschlaggebende Kriterium des Konsumentenverhaltens, wohingegen gesundheitliche Kriterien vielfach unberücksichtigt bleiben.

Mögliche Schadstoffe in der Wohnung

  • Luftverunreinigungen von aussen
  • Rauchen in der Wohnung
  • Baustoffe, Möbel, Textilien, Spanplatten, Holzschutzmittel, Bodenbeläge, Tapeten, Wandfarben, Kleber können Schadstoffe freisetzen
  • Luftverunreinigungen durch mangelhaft gewartete Geräte wie Klimaanlage, Luftbefeuchter, Gasherd, Heizung, offenes Feuer
  • Reinigungsmittel
  • hohe Raumtemperaturen beschleunigen die Abgabe der Schadstoffe
  • gesundheitliche Belastung durch Pilze, Sporen, Bakterien, Milben und Viren
  • statische Elektrizität durch Heimtextilien und Bekleidung
  • mangelhaftes Lüften
  • elektromagnetische Felder
  • Lärmbelastung durch eigenes Verhalten, Nachbarn, Verkehr oder Wirtschaftsbetriebe

Mögliche Allergieauslöser in der Wohnung

Hausstaubmilbe

Die ca. 0,1 mm grossen Tiere sind natürliche Bewohner im Haus und haben im eigentlichen Sinne nichts mit Schmutz zu tun. Ihr Hauptnahrungsmittel sind menschliche Hautschuppen, von denen wir täglich so viel verlieren, um mindestens eine Million Tiere satt zu kriegen. Die Milben lieben ein feuchtwarmes Klima und schlecht gelüftete Räume.

Wie kann man dagegen vorgehen?

Raumtemperatur im Schlafzimmer nicht höher als 18 °C und gut lüften. Matratzen, Polstermöbel und Teppiche häufig saugen und/oder mit dem Dampfreiniger behandeln. Bettwäsche regelmässig wechseln Staubfänger wie Polstermöbel, Bücherregale, Stofftiere, usw. aus dem Schlafzimmer entfernen. Fussbodenheizung veranlasst die Tiere an die Oberfläche des Teppichs zu kommen, wo man sie leicht absaugen kann. Glatte Böden feucht wischen. Teppichböden vermeiden. Schimmelpilze

Schimmel ist oftmals nicht mit blossem Auge zu erkennen, schon gar nicht die Allergie auslösenden Bestandteile in den Pilzsporen. Sie gedeihen am besten bei einer hohen Luftfeuchtigkeit von 80 % und einer Zimmertemperatur von 20° C. Es gibt aber durchaus auch Arten, die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder Hitze über 60° C verkraften können. Schimmelpilze wachsen vor allem in alten Polstermöbeln, in unvollständig ausgetrockneten Neubauten, hinter Tapeten, in alten Fussböden, hinter Holzpaneelen oder auch in zu feucht gehaltener Zimmerpflanzenerde.

Mögliche Quellen für Schimmelpilze

Ferienhäuser zu Zeiten, in denen sie nicht genutzt oder beheizt werden. feuchte Kellerräume schlecht belüftete Badezimmer Tapeten, die auf kalte, feuchte Wände tapeziert werden. Fensterrahmen, auf denen sich Kondenswasser bildet. feuchte Textilien Luftbefeuchter Klimaanlagen Typische Erkrankungen durch Schimmelpilze sind allergischer Dauerschnupfen mit Niesreiz und Bronchialasthma.

Tipps

vom Schimmel befallene Materialien ganz entfernen Schimmel vernichtende Mittel nicht in Schlafräumen oder in der Küche einsetzen. ausreichend heizen Abfallbehälter häufig leeren

Bildquelle: AWFG_Berlin / pixabay.com

Lärm als Stressfaktor

Laute Geräusche und andauernde Lärmbelastungen können die Lebensqualität eines Menschen stark beeinträchtigen. Dabei muss es nicht immer Verkehrslärm sein – es kann durchaus zu einer erhöhten Lärmbelastung innerhalb der Familie kommen. Man denke beispielsweise an die erhebliche Geräuschkulisse, wenn mehrere Kinder miteinander spielen. Ohne es zu bemerken, werden die Kinder und Eltern zunehmend einer Belastung ausgesetzt.

  • Lärm mit einem Schallpegel unter 50 dB löst bereits Stress aus
  • Lärm mit einem Schallpegel von 65 bis 85 dB bewirkt Leistungsminderung und führt zu vegetativen Störungen (Verengung der Blutgefässe, Schlafstörungen)
  • Lärm mit einem Schallpegel von über 85 dB lässt die Leistung auf ein Minimum absinken, führt zu Gehörschäden und vegetativen Störungen

Lärmschutz

  • Wahl der Baumaterialien
  • Abschirmung von Gebäuden
  • Einkauf von leisen Haushaltsgeräten
  • lärmintensive Plätze vermeiden
  • Kontrolle der Einhaltung von Schutzvorschriften
  • Metall durch Kunststoff ersetzen, Gummi und Filz unter laute Geräte legen, Service durchführen!
  • Schallausbreitung bekämpfen: Auskleiden von Räumen, schalldämmende Ummantelungen
  • persönlicher Gehörschutz: Gehörschutzwatte, Ohrenschutzkapseln

Elektrosmog

Dabei handelt es sich um elektromagnetische Felder und die elektrische Aufladung durch Strom betriebene Geräte wie Computer, Radiowecker, Mobiltelefone und andere elektrische Haushaltsgeräte. Einige Ärzte führen Symptome wie Schlafstörungen, Gereiztheit, Nervosität, Depressionen, Kopf- und Augenschmerzen auf eine elektromagnetische Belastung zurück.

Was sind elektrostatische Aufladungen?

Elektrizität ist durchaus auch ohne Steckdosen vorhanden und geht von der Eigenschaft der elektrischen Ladung von Teilchen aus. Zwischen den verschiedenen elektrischen Ladungen wirken Kräfte, die wir als elektrische Spannung bezeichnen und in Volt messen. Sobald sich zwei elektrische Ladungen miteinander vereinen, neutralisieren sie sich gegenseitig. So treten elektrische Felder immer an Orten auf, wo elektrische Ladungen getrennt sind. Im Allgemeinen kennen wir diese Entladung als Elektrisierung, wobei sogar ein schmerzhafter Funkenschlag möglich ist.

Vermeiden einer elektrischen Aufladung

  • Keine Kleidung aus reinen Kunstfasern oder aus reiner Schurwolle tragen.
  • Trockene Raumluft vermeiden.
  • Grünpflanzen helfen, das Raumklima zu verbessern.
  • Hausschuhe mit Gummisohlen vermeiden.
  • Einrichtungen aus Kunststoff und Metall vermeiden.
  • Teppichböden in stark benutzen Räumen vermeiden.
  • Keine isolierenden Bodenwachse verwenden.

Elektromagnetische Felder

Elektrische Felder entstehen um einen spannungsführenden Leiter, wobei es keine Rolle spielt, ob in diesem Leiter Strom fliesst oder nicht. Fliesst Strom durch den Leiter, entsteht um ihn herum ein Magnetfeld. Elektrische Felder gibt es überall: in der Natur, im Haushalt, oder in technischen Anlagen. Dabei entstehen je nach Richtung des fliessenden Stroms elektrische Gleich- und Wechselfelder. Der Begriff Frequenz mit der Einheit Hertz (Hz), steht für die Anzahl der Richtungsänderungen/Sekunde. Die Stromversorgung in Haushalten arbeitet mit 50 Hz, die Übertragung am Telefon wird mit 4.000 Hz sichergestellt. Mit der Zunahme der Frequenz verkoppelt sich das elektrische und magnetische Feld und man spricht von einem elektromagnetischen Feld, wobei sich die Energie auch vom Leiter lösen kann und eine Strahlung entsteht.

Elektrische Felder können durch Mauern abgeschirmt werden, elektromagnetische Felder nicht. So wirkt der Kühlschrank an der Wand auch zum Schlafzimmer. Die Masseinheit elektrischer Feldstärken in Gebäuden wird als Volt/Meter = V/m bezeichnet. Der Grenzwert liegt hier bei 5.000.

  • Boiler = 260
  • Stereoempfänger = 180
  • Bügeleisen = 120
  • Kühlschrank = 120
  • Handmixer = 100
  • Toaster = 80
  • Haar föhn = 80
  • Staubsauger = 50
  • Elektrische Uhr = 30

Beim Eindringen in Materialien erhöhen elektromagnetische Wellen die Temperatur, die Folgen sind dabei sehr strittig. Sicher ist aber, dass sich der Herzschlag einer Person , die einem stark elektromagnetischen Feld ausgesetzt ist, erhöht.

Tipps

  • Im Haushalt entstehen Magnetfelder vor allem durch Geräte, die viel Strom verbrauchen: wie Fön, Trockenhaube, Bügeleisen.
  • Vor dem Sicherungskasten finden sich die grössten Magnetfelder im Haushalt.
  • Lange Telefonate besser mit leitungsverbundenen Telefonen führen; im Auto muss das Handy mit voller Leistung und entsprechendem Feld senden, da das Auto Funkwellen reflektiert.
  • Babyphone nicht zu oft, nicht zu lange und vor allem nicht neben dem Kopf des Kindes platzieren.
  • Der Sicherheitsabstand sollte hier mindestens zwei Meter betragen. Bei Hi-Fi-Anlagen, Halogenlampen, Radioweckern einen Mindestabstand von 30 cm einhalten.
  • Nicht benutzte Geräte abschalten, da der Stand-by-Betrieb auch Strom verbraucht und elektromagnetische Felder aufbaut.