Berühmte Frauen der Raumfahrt
Denken wir an die Geschichte der Eroberung des Weltalls, fallen uns sicher sofort Namen wie Juri Gagarin oder Neil Armstrong ein. Doch auch weibliche Raumfahrer haben einen bleibenden Eindruck in den unendlichen Weiten hinterlassen.
Vorbilder aus der Science-Fiction
Noch vor der Mondlandung 1969 hatte eine Raumfahrerin im Fernsehen für Aufsehen gesorgt: Lieutenant Nyota Uhura, Kommunikationsoffizierin an Bord der "Enterprise". Ihre Figur verkörperte Würde und eine natürliche Autorität, keine Selbstverständlichkeit für Frauenrollen in der damaligen TV-Landschaft. Ende der 1970er Jahre trat das "Alien"-Franchise auf den Plan und mit der Hauptfigur Ellen Ripley fand eine waschechte Actionheldin ihren Weg in den interplanetaren Raum. 1995 übernahm mit Captain Janeway eine Frau das Brückenkommando bei "Star Trek - Voyager" und nach dem Jahrtausendwechsel präsentierte uns das Remake von "Kampfstern Galactica" eine Neuinterpretation des draufgängerischen Geschwaderpiloten "Starbuck" in Gestalt der nicht minder tollkühnen Kara Thrace.
Wettlauf der Supermächte
In den 1960er Jahren lief das Rennen ins All zwischen USA und Sowjetunion. Mit der Kosmonautin Walentina Tereschkowa brach die erste Frau zu den Sternen auf. Neben ihrer Tätigkeit in einem Spinnerei-Kombinat hatte sie das Technikerdiplom abgelegt. 1962 begann ihre Ausbildung an der Kosmonautenschule, 1963 umkreiste sie auf dem Raumschiff "Wostok-6" 48-mal die Erde.
Für die UdSSR war dies ein propagandistischer Erfolg, denn bei der NASA sah es anders aus: Frauen wurden für das Auswahlverfahren nicht zugelassen - offiziell verfügten sie über keine Erfahrung als Testpilotinnen. Im Hintergrund arbeitete sehr wohl weibliches Personal für die Weltraumbehörde: Mit Mary Jackson, Dorothy Vaughan und Katherine Johnson legten drei hochbegabte Mathematikerinnen mit ihren Flugberechnungen das Fundament für die Apollo-Missionen.
Die erste NASA-Astronautin
Die Vereinigten Staaten konnten erst 20 Jahre später - im Jahr 1983 - mit Sally Ride der Weltöffentlichkeit ihre erste Astronautin präsentieren. Als Jugendliche spielte sie sehr erfolgreich Tennis. Später machte sie ihren Bachelorabschluss in Physik und Englisch und spezialisierte sich danach auf Lasertechnologie und Astrophysik, was zu Ihrem Masterabschluss in Physik führte. 1978 schliesslich wurde sie in die achte Astronautengruppe aufgenommen und flog mit dem Spaceshuttle "Challenger" ins All, wo sie unter anderem den CO₂-Gehalt in der Atmosphäre untersuchte. Später half sie entscheidend mit, die Ursachen der katastrophalen Zerstörung der Fähre aufzuklären.
Ein Kreis schliesst sich
Die bereits erwähnte Lt. Uhura wurde von der Schauspielerin Nichelle Nichols verkörpert. Diese arbeitete in den 1970er Jahren aktiv an der Rekrutierung für das Space-Shuttle-Programm der NASA mit. Durch ihre Rolle machte sie vielen, gerade dunkelhäutigen, Frauen der damaligen Zeit Mut und inspirierte sie, eine Karriere in Forschung und Raumfahrt anzustreben. Dazu gehörte auch Mae Jemison. Die studierte Medizinerin arbeitete zwei Jahre für das Friedenscorps in Sierra Leone, ehe sie 1987 ins Astronautenprogramm aufgenommen wurde. 1992 flog sie dann mit dem Shuttle "Endeavour" zu einer Spacelab-Mission ins All. Eine besondere Ehre wurde ihr zuteil, als sie als erste Person, die wirklich ins All geflogen war, eine kleine Rolle in "Star Trek" erhielt, jener Serie, welche sie einst beflügelt hatte.
Ein Blick in die Zukunft
In nächster Zeit könnte es auch die erste Astronautin aus der Schweiz geben. Die europäische Weltraumagentur ESA sucht neues weibliches Personal. Voraussetzung ist dabei ein Abschluss in einem MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Eine hochmotivierte Anwärterin ist die Material- und Ingenieurwissenschaftlerin Deborah Müller, die bereits mit vier Jahren von einem Besuch im All geträumt hat. Sie arbeitet schon einige Jahre in der Aerospace-Branche und hofft auf den nächsten Schritt.
Sicher werden noch viele mutige und begabte Frauen in der Raumfahrt folgen, vielleicht sogar bei der Erkundung des Mars.
Bildquelle: NASA / unsplash.com








